Knoten entfernt:Nach OP: Lungenkrebs bei Papst Leo XIV. festgestellt
Papst Leo XIV. leidet an Lungenkrebs. Dem 71-Jährigen sei bei einer Operation am Dienstag ein Teil des rechten Lungenflügels entfernt worden, teilte der Vatikan mit.
Bei Papst Leo XIV. wurde Lungenkrebs diagnostiziert. Am Dienstag wurde ihm ein Teil der rechten Lunge entfernt. Die entnommene Gewebeprobe bestätigte den bösartigen Tumor.
14.10.2026 | 0:21 minPapst Leo XIV. leidet nach Angaben seiner behandelnden Ärzte an Lungenkrebs. Dies teilte das Ärzte-Team der Gemelli-Klinik in Rom nach einer Operation des 71-Jährigen mit.
Um eine "vollständige Entfernung des Tumors sicherzustellen", sei während des 90-minütigen Eingriffs der "Unterlappen des rechten Lungenflügels entfernt" worden. Die anschließende Untersuchung habe bestätigt, dass es sich bei dem Knoten um ein sogenanntes Lungenadenokarzinom handele.
Vatikan: "Operation war erfolgreich"
Ob sich der Krebs weiter ausgebreitet hat, war zunächst unklar. Auf eine entsprechende Frage hieß es aus dem Vatikan, weitere Untersuchungen liefen.
"Die Operation war erfolgreich und es gab keine Komplikationen", erklärte der Vatikan weiter. Der 71-jährige Leo XIV. habe sich insgesamt rund drei Stunden im Operationssaal aufgehalten und sei nach dem Eingriff normal aus der Narkose erwacht. Er befinde sich inzwischen wieder in seinem Zimmer im zehnten Stock der römischen Gemelli-Klinik.
Ein Lungenadenokarzinom ist ein primär in der Lunge entstandener Tumor - es handelt sich nicht um Metastasen eines anderen Tumors.
Lungenkrebs wird in zwei Hauptgruppen unterteilt: die sogenannten nicht-kleinzelligen Karzinome, die häufigste Art von Lungenkrebs, und die kleinzelligen Karzinome, die deutlich aggressiver sind und nach Angaben der Amerikanischen Krebsgesellschaft etwa zehn bis 15 Prozent der Lungenkrebserkrankungen ausmachen.
Das Lungenadenokarzinom gehört zur ersten Gruppe und ist die häufigste Form von Lungenkrebs.
Lungenkrebs ist laut WHO weltweit die häufigste krebsbedingte Todesursache. Die Prognose hängt bei Lungenkrebs stark von der genauen Krebsart und vom Stadium des Tumors zum Zeitpunkt der Diagnose ab.
Das Lungenadenokarzinom kann nach Angaben des Amerikanischen Lungenverbands ALA sehr gut behandelt werden, wenn es früh erkannt wird. Wenn die Behandlung in einem frühen Stadium beginnt und der Tumor bei einem chirurgischen Eingriff vollständig entfernt wird, liege die sogenannte Fünf-Jahres-Überlebensrate bei 80 bis 98 Prozent. Der Patient gelte dann als geheilt.
Quelle: AFP
Heilungschancen laut Experten gut
Laut dem Vatikan wurde der Papst von einem Ärzteteam unter Leitung des Chefs der Thoraxchirurgie, Stefano Margaritora, operiert. Nach Einschätzung von Krebsspezialisten sind die Heilungsaussichten auch bei einem bösartigen Befund gut, da der Knoten frühzeitig entdeckt wurde.
Der Leiter der Thoraxchirurgie am Europäischen Institut für Onkologie (EIO) in Mailand, Lorenzo Spaggiari, sagte, in solchen Fällen gebe es gute Behandlungsmöglichkeiten. Spaggiari ist an der Behandlung des Papstes nicht beteiligt, kennt aber das Ärzteteam an der Gemelli-Klinik.
Genesungswünsche an Leo übermittelt
Als der Eingriff am Dienstagabend begann, beteten Mitarbeiter des Krankenhauses in der Kapelle den Rosenkranz. Bischöfe in Rom sandten dem Kirchenoberhaupt Genesungswünsche.
Die Deutsche Bischofskonferenz wünsche Leo Gottes Segen und eine rasche Genesung, erklärte der Konferenzvorsitzende, Bischof Heiner Wilmer, in sozialen Medien. Die Bischöfe beteten dafür, "dass er mit neuer Kraft schon bald wieder seinen Aufgaben nachkommen kann".
Papst gab Lungenknoten selbst bekannt
Der 71 Jahre alte Pontifex hatte am Sonntag bekanntgegeben, dass bei ihm ein "Knoten in der Lunge" entdeckt worden sei. Dieser sei bei Kontrollen in einem "sehr frühen Stadium" gefunden worden und "gut lokalisiert". Dem Rat seiner Ärzte folgend habe er sich entschlossen, sich operieren zu lassen.
Mit seiner Bekanntgabe hat Leo eine für einen Papst ungewöhnliche Offenheit im Umgang mit seiner Gesundheit gezeigt. Es ist das erste größere gesundheitliche Problem, das öffentlich bekannt wurde. Der Vatikan hielt traditionell den Gesundheitszustand der Päpste streng unter Verschluss.
Papst-Audienzen für eine Woche abgesagt
Vatikan-Sprecher Matteo Bruni hatte im Vorfeld erklärt, nach der Operation brauche Leo etwa eine Woche Erholung. Wegen des Krankenhausaufenthaltes wurden alle Audienzen des Papstes bis einschließlich 20. Oktober abgesagt.
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